Rasseporträt: Hannoveraner

HANNOVERANER CHECKMATE
Wer kennt sie nicht, die beiden berühmtesten Hannoveraner in den Springparcours, Shutterfly und Checkmate? Mit Meredith Michaels-Beerbaum feiern sie einen Erfolg nach dem anderen.
Und wer ist nicht beeindruckt von Satchmo oder Bonaparte, den Dressurpartnern und Siegern von Isabell Werth und Heike Kemmer? Auch sie gehören zu dieser Rasse, deren Geschichte wirklich interessant ist.
Zum Beispiel konnten in diesem Jahr beim German Masters in Stuttgart drei Hannoveraner jeweils als Doppelsieger den Platz verlassen: Shutterfly, Satchmo und Warum Nicht.
Denn aus einem schweren Arbeitspferd wurde über die Jahrhunderte ein sensibles Reit- und Sportpferd mit Kämpferherz.
Eine kurze Rassebeschreibung gab´s wieder mal bei Astrid auf der HP Pferdethema.de.
Aber wie immer interessierte ich mich besonders für die Geschichte der Hannoveraner. Also forschte ich weiter nach.
Die Historie reicht weit zurück, angeblich bis ins 15. Jahrhundert. Allerdings hat man aus dieser Zeit noch keine Zuchtbücher. Pferde mit den Rassemerkmalen des Hannoveraners gab es in seiner Heimat im Norden Deutschlands allerdings schon damals.
Systematisch gezüchtet wurden Hannoveraner erstmals von Georg II., seines Zeichens Kurfürst von Hannover und später König von England. Alles begann also 1735 mit der Gründung des Landgestüts Celle. Dort standen anfangs 14 Holsteiner-Hengste, die mit den schweren einheimischen Stuten angepaart wurden.
Dadurch entstanden sowohl kraftvolle Kutschpferde als auch gute Arbeitspferde.
Doch eine Revolution sollte einige Jahre später durch die Hannoveraner-Zucht gehen, als Georg II. schon in Großbritannien residierte.
Denn dort kam er in Berührung mit den eleganten Vollblütern, die dort bereits systematisch für Rennen gezüchtet wurden. Er begeisterte sich für die Tiere und ließ einige nach Deutschland bringen und mit seinen Hannoveraner-Stuten anpaaren.
So ging die Zucht bereits ein gehöriges Stück in die Richtung, die das heutige Hannoveraner Pferd ausmacht.
In den folgenden Jahrzehnten entstanden leichtere Kutschpferde, aber auch Kavallerie-Pferde.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann man in Celle mit der Zucht zum Sportpferd hin. Besonders in den letzten Jahrzehnten wurden dann noch einmal besonders viele Vollblüter in der Zucht eingesetzt, ein Trend, der bis heute anhält und zu den athletischen Sportpferden der Gegenwart führte.
Wer noch mehr über die Geschichte der Hannoveraner erfahren will:
http://www.dhd24.com/magazin/tierwelt/pferdewelt/rasse-portraits/Hannoveraner-20070502
Hannoveraner werden darauf hin gezüchtet, besonders leistungstark zu sein, dabei aber ein ausgeglichenes Temperament zu haben. Durch vermehrten Vollbluteinsatz sind die Pferde aber teilweise auch sehr sensibel und haben oft ihre Eigenarten.
Oft begeistern Hannoveraner durch ihre schwungvollen und energischen Gänge, vor allem auch durch einen oftmals sehr schönen Schritt.
Hannoveraner haben ein Stockmaß zwischen 1,60 und 1,70 Metern. Sie sind meist braun oder Füchse, aber generell kommen alle Pferdefarben bei dieser Rasse vor.
Der Kopf der Hannoveraner ist heute im Gegensatz zu früher meist sehr edel mit großen, freundlichen Augen. Hannoveraner haben einen langen Hals, sind am Körper meist gut bemuskelt und haben kräftige Gelenke: ideal also, um als Sportpferd eingesetzt zu werden.
Im Landgestüt Celle findet jedes Jahr eine der schönsten Hengstparaden in Deutschland statt. Mehr dazu hier: http://www.permondo.de/events/32871
In diesem Jahr zum wurde übrigens deren 100. Geburtstag gefeiert.
Es lohnt sich hinzugehen und die Hannoveraner hautnah zu erleben!

SHUTTERFLY
Rasseporträt: Haflinger
Haflinger werden oft die “kleinen blonden Pferde aus den Alpen” genannt. Besser könnte man diese Rasse gar nicht beschreiben!
Ich habe im Blog von Michael Gruber gelesen, dass es sogar mit “Haflinger Info” eine Zeitschrift nur über Haflinger gibt.
Wer einmal als Reiter einen Haflinger gesehen hat, den lassen die hübschen Tiere meist nicht mehr los. Schon die Fuchsfarbe, kombiniert mit der langen, hellen Mähne, machen ihn zu einer echten Schönheit unter den Pferden.
Dazu kommt der ausgeglichene Charakter der Haflingers; es sind Pferde, die sich durch nichts so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Es ist vielleicht nicht gleich zu vermuten, dass seine Abstammung hin zu einer der edelsten Pferderassen der Welt führt: dem Arabischen Vollblut.
Viele denken, Haflinger würden aus Österreich stammen, aber die Tiere haben ihre Heimat in Südtirol, also in Italien. Allerdings gibt es gerade in Österreich so viele Haflinger-Zuchten und Reiterhöfe mit Haflingern, dass eine Verwechslung kein Wunder ist.
In Südtirol findet man das wichtigste Haflinger Gestüt: Ebbs in den Etschtaler Bergen. Es befindet sich in der Nähe von Hafling, dem Ort, nach dem die Pferderasse benannt wurde. In Südtirol sind Haflinger so etwas wie ein nationaler Schatz, es finden zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen sie eine Rolle spielen dürfen. So zum Beispiel das Meranser Galoppreiten, von dem Katja Niederkofler in ihrem Blog berichtet.
Die Zucht des Haflingers begann, als man die kleinen, zähen Bergpferde der Alpen mit dem Araberhengst El Bedhavi zusammen brachte. Das geschah im 19. Jahrhundert, seitdem wird die Haflinger-Zucht systematisch betrieben.
Schon bald waren die Bergpferde nicht mehr so stämmig und schwer, sondern zeigten deutliche Vollblut-Merkmale. Allerdings behielten sie ihr ruhiges Gemüt und ihre Trittsicherheit, zwei Eigenschaften, die vor allem in ihrer Heimat sehr wichtig waren. So sind die heutigen Haflinger sowohl mit Kaltblütern als auch mit Vollblütern verwandt.
Sehr bekannt ist auch das Brandzeichen der Haflinger: Ein Edelweiß mit einem H in der Mitte. Ursprünglich wurden Haflinger in der Landwirtschaft, aber auch als trittsichere Transporttiere und im Grenzschutz eingesetzt.
Seit Kinder Reitunterricht nehmen, ist der Haflinger auf zahllosen Höfen ihr treuer Begleiter. Die Rasse zählt zu den Kleinpferden und hat ein Stockmaß von 1,35 - 1,47 Metern. Neben dem Islandpferd gehört der Haflinger zu den beliebtesten Pferderassen von kleinen Reitern.
Der Haflinger hat ein eher stämmiges Aussehen, ist ein kompaktes Pferd. Seine Beine sind kurz, ebenso wie sein kräftiger Hals. Die großen, wachen Augen, die trotz aller Aufmerksamkeit so viel Ruhe ausstrahlen, lassen auch Reitanfänger schnell vertrauen fassen.
Durch die Zucht wurden die Haflinger nicht nur zu tollen Kinderreitponys, sondern auch zu talentierten Sportponys. Es gibt kaum eine Reitsport-Disziplin, für die der Haflinger keine Begabung hätte. Die Rasse findet sich auf Dressurturnieren bis etwa Klasse L, bei E- und A-Springen. Auch in der ländlichen Vielseitigkeit sind Haflinger dank ihres Talents für Geländeprüfungen am Start. Selbstverständlich kommen Haflinger auch als Kutschpferde zum Einsatz. Auf unzähligen Veranstaltungen kann dies beobachtet werden. Vor allem sind Haflinger aber auch beliebt als Voltigier-Pferde für Kinder. Der breite Rücken der Haflinger ist ideal für die ersten Stehversuche auf dem Pferderücken. Und besonderen Spaß machen auch Mounted Games.
Und für eine weitere Reitsport-Disziplin wurde der Haflinger in den letzten Jahren ganz besonders entdeckt: Für das Westernreiten. Die Pferde können manches Mal, vor allem in Disziplinen wie Trail, absolut mit den speziellen Westernpferden mithalten.
Aber immer noch ist der Haflinger am meisten das Familienpferd, eine Rasse, mit der sowohl erwachsene Reiter als auch Kinder viel Spaß haben können. Er ist geduldiger Seelentröster und Sportkamerad. Und so manch einer hat auf Haflingern das Reiten erlernt. In ganz Deutschland finden sich Reiterhöfe mit der beliebten Kleinpferderasse. Erstaunlicherweise neben Bayern vor allem in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste.
So haben die kleinen Pferde wirklich von ihrem Stammsitz in Südtirol aus die Welt erobert. Mittlerweile werden Haflinger auch nach Amerika und Asien verkauft.
Heute gibt es sogar Zeitschriften speziell über Haflinger: http://blog.haflinger.eu/2008/02/haflinger-info.html
Besonders schätzen viele Reiter auch, dass ein Haflinger auch extrem lange unter dem Sattel gehen kann. Häufig sind Tiere über 20 Jahren noch vollkommen fit und gesund. Nicht selten werden Haflinger ohne große Krankheiten älter als 35 Jahre.

Rasseporträt: Islandpferde
Gibt es einen besseren Freizeitpartner als ein Islandpferd? Vermutlich nicht, denke ich mir, wenn ich einige andere Blogs durchlese.
Wie die Faszination Islandpferd sogar zu einem eigenen Hof führen kann, erfährt man im Blog der Stalls Auensee.
Wie viel Spaß man mit Isländern hierzulande haben kann, davon gibt’s hier mehr: http://www.islandpferd-aktiv.net/41383.html?entry_id=abea0d1d850adebd01b798dbbdde80ba#blogstart
Geschrieben von einer Islandpferde-Reiterin zwischen Freizeit- und Turnierreiten und vor allem viel Spaß mit ihren Isländern.
Aber jetzt mehr Infos über diese tolle Rasse, die vermutlich jeder kennt, aber deren Geschichte immer wieder faszinierend ist.
Heute sind Islandpferde bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Die kleinen, stämmigen Tiere haben ein Stockmaß zwischen 1,30 - 1,40 Metern, können aber problemlos jeden Erwachsenen tragen. Doch auch als Lehrpferde für Kinder sind sie ideal. Die freundlichen Tiere haben zwar durchaus ihren eigenen Kopf, bleiben aber fast immer ruhig und gelassen.
Und natürlich haben die Islandpferde zwei Besonderheiten anzubieten: Die beiden Gangarten Pass und Tölt, die bei den meisten anderen Pferderassen heute nicht mehr vorhanden sind.
In Island , aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern, gibt es vielerorts spezielle Tölt- und Pass-Turniere.
Die Geschichte der Islandpferde ist die Geschichte ihrer “Insel aus Feuer und Eis” Island.
Die Wikinger brachten die kleinen Pferde um 900 n. Chr. Mit, als sie begannen, die Insel Eisland zu besiedeln. Von diesem Zeitpunkt an spielte der Isländer eine zentrale Rolle im Leben ihrer Menschen. Seit über 1000 Jahren ist das Islandpferd die einzige Rasse der Welt, in die nie andere Pferderassen hinein gezüchtet wurden, also sind Isländer die reinrassigsten Pferde der Welt. Schon im Jahre 930 verbot das isländische Parlament “Althing” den weiteren Import von Pferden.
Auch heute noch dürfen Isländer, die das Land einmal verlassen haben, nie wieder zurückkehren.
Früher wurden die besten Hengste in Kämpfen ermittelt und danach zu den Stuten gebracht.
Die Zucht unter modernen Gesichtspunkten begann in Island im Jahre 1879 in Skagafjördur, dem heute bekanntesten Zuchtgebiet.
Meist war die Zucht auf die Gangpferdeveranlagung ausgerichtet, doch auch Farbzucht wurde betrieben.
Mit der Zeit wurden 15 Grundfarben der Islandpferde gezogen.
Auf Island leben die meisten Islandpferde das ganze Jahr “halbwild. Nur zum Brennen werden sie zusammen getrieben. Allerdings werden dabei auch immer einige Tiere zur Ausbildung zum Reitpferd bei den Menschen behalten. Mit diesen verbindet sie dann meist eine besonders innige Beziehung. Mensch und Tier, das bedeutet seit Jahrhunderten wirklich gegenseitige Freundschaft und Vertrauen.
Islandpferde sind zwar Ponys, werden aber auch oft als Kleinpferde bezeichnet. Ihr Körperbau ist kompakt, sie haben starke, stabile Beine und Sprunggelenke und feste Hufe, die mit jedem Gelände klar kommen. Der Rücken der Isländer ist lang, der Hals eher kurz. Bemerkenswert ist der ausdrucksstarke Kopf, der relativ groß ist. Mähne und Schweif von Islandpferden sind üppig und werden nicht gekürzt.
Islandpferde können bei jedem Wetter draußen gehalten werden, ideal ist ein Offenstall, bei dem sie selbst entscheiden können, ob sie drinnen oder draußen sein möchten.
Noch mehr Infos über Islandpferde fand ich auch noch hier:
http://blog.snaefell.de/2006/03/17/islandpferde
http://www.ishestar.at/hp/page18/page18.htm


Rasseporträt: Friesenpferde
Friesen, die “Schwarzen Perlen“, wie sie oft genannt werden, sind eine Pferderasse in die sich viele Menschen sofort verlieben. Auch der Blog ”Friesen Welt” bietet eine sehr interessante Beschreibung von Friesenpferden.
Wunderschön anzusehen sind diese Tiere mit ihrer schwarzen Farbe, der mächtigen Statur, dem reichlich vorhandenen Kötenbehang und der üppigen Mähne.
Den Kötenbehang haben normalerweise nur Kaltblüter, weshalb viele Menschen denken, dass auch Friesenpferde zu den Kaltblütern zählen. Das ist jedoch nicht der Fall!. Sie gehören zu den schweren Warmblütern. Das beweisen sie auch durch ihr enormes Bewegungspotenzial, welches zudem noch besonders geschmeidig ist. Bei zahlreichen Veranstaltungen begeistern sie dadurch das Publikum. Besonders oft sieht man Friesen bei solchen Shows in Dressurvorführungen und sogar Übungen der Hohen Schule, die für die gelehrigen und sehr intelligenten Pferde überhaupt kein Problem sind. Wenn ein Friese in die Knie geht oder sich zur Levade aufbäumt, ist das schon ein einmaliger Anblick.
Friesenpferde werden neben Shows und dem immer beliebter werdenden Barockreiten, bei dem ausschließlich auf Rassen dieses Typs, wie Knabstruppern, Andalusiern, Lusitanos und so weiter, geritten wird, auch häufig vor der Kutsche eingesetzt. Dafür wurden sie einst sogar speziell gezüchtet. Daher kommt auch ihre hohe Trabaktion, die so begeistert, wenn sie von zwei Friesenpferden synchron vor einer Kutsche beobachtet werden kann. Friesen sind fantastisch ausbalanciert und gehen immer energisch nach vorne.
Speziell für Friesen wurde sogar eine eigene Kutsche, die so genannte Friesenkutsche erfunden, die viel größere Räder hat, als eine normale Kutsche.
Friesenpferde gab es schon zur Zeit der alten Römer, wo sie als kräftige Arbeitstiere sehr geschätzt waren. Allerdings empfanden die Römer die Friesen angeblich als hässlich, vermutlich deshalb, weil sie von den “Barbaren” gezüchtet worden waren. Im Mittelalter erfreuten sie sich als Damenreitpferde größter Beliebtheit, auch weil sie mittlerweile veredelt worden waren. Allerdings mussten Friesen zu dieser Zeit auch immer wieder mit ihren Herren in Kriege ziehen und waren vor allem bei den Kreuzzügen mit von der Partie.
Bald wurden zur Veredelung auch spanische Pferde eingekreuzt, das ergab sich, als die Spanier die Niederlande besetzt hatten. So brachten sie mehr Eleganz in den Gängen und einen edleren Körperbau durch die spanischen Rassen ins Friesenpferd.
Erstaunlicher weise hat die deutsche Friesenzucht vor gar nicht allzu langer Zeit erst richtig begonnen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Tiere hierzulande entdeckt, fanden jedoch in extrem kurzer Zeit so viele Liebhaber, dass sie als eine der beliebtesten Pferderassen unter deutschen Reitern gelten.
Übrigens hatten Friesen auch Einfluss auf andere Rasse. Ganz erstaunlich ist es hier den Oldenburger zu nennen. Die heutige Sportpferderasse, die vor allem im Springen Erfolge feiert, ist mit dem Friesen verwandt.
Auch mehrere englische Ponies, wie das Dales Pony und Fell Pony, sowie das norwegische Dole Pferd, beeinflusste der Friese.
Friesen hatten früher ein Stockmaß um 1, 55 Meter, waren also eher eine kleine Pferderasse. Heute können sie bis 1,70 Meter hoch werden, allenfalls Stuten sind noch im 1,50er-Bereich. Das zeigt, wie sich eine Rasse durch eine gewisse Zucht beeinflusen lässt.
Friesen besitzen einen langen Kopf mit einem wachen Gesichtsausdruck, der von der dichten, langen Mähne auf dem wunderschön gewölbten Hals gekrönt wird. Der Behang der Friesen sowie Mähne und Schweif werden niemals abgeschnitten, machen sie doch das charakteristische an der Rasse aus.
Friesen haben einen kompakten Rumpf, kräftige Schultern und Hinterbeine. Bei den Friesenpferde gibt es ausnahmslos Rappen.
Eine ausführliche Beschreibung gibt´s auch bei Deine Pferdewelt.
Von der erlebnisreichen Ausbildung eines Friesen wird hier berichtet: http://reitsport.germanblogs.de/weblogFeedback/18c44jjfesqxl
Und ein weiterer Friesenfan erzählt hier:
http://community.pferde.de/content/blogdetail/Friesenausritt,2847.html

Rasseporträt: Arabisches Vollblut

Araber, oder genauer gesagt Arabische Vollblüter, gelten als älteste Pferderasse der Welt.
Gibt es jemanden unter den Reitern und Pferdefreunden, der von dieser Rasse nicht begeistert ist? Sie ist einfach einmalig. Wer einmal einen Araber frei hat laufen sehen, seine edlen Bewegungen, den hoch erhobenen Kopf und Schweif sah, den lässt diese Faszination nicht mehr los.
Ganz viele nette Geschichten rund um Arabische Pferde fand ich hier:
http://www.blog.de/search.php?word=shagya-araber+pferde&category=tagpost
In Deutschland kann der Pferdeliebhaber vor allem in Marbach in Baden-Württemberg die edlen Tiere erleben, wenn sie jährlich in der Hengstparade auftreten. Besonders die freilaufende Stutenherde mit ihren Fohlen ist ein herrlicher Anblick.Das Arabische Vollblut ist eine Rasse, die durch ihre Schönheit lebt. Sie besticht durch ihre Eleganz und den filigranen Körperbau. Charakteristisch ist der Hechtkopf, der an einem Hals mit großer Ganaschenfreiheit sitzt, so dass der Kopf sich frei in alle Richtungen bewegen kann, der hoch angesetzte, erhobene Schweif und die Tatsache, dass diese Pferderasse als einzige auf der Welt einen eigenen Aufbau im Knochenskelett hat: 17 Rippen, 5 Lenden- und 16 Schweifwirbel. Der Buckel am Kopf, der das Arabische Pferd so charakterisiert, und zwischen den Ohren und Nasenbein führt, nennen die Araber “Jibbah“.
Araber haben kleine Ohren und sehr große Augen und Nüstern. Die Arabischen Pferde “trinken den Wind” heißt es, wer einen Araber im Galopp erlebt, weiß, was das bedeutet.
Besonders schätzen Pferdeliebhaber auch die seidige Mähne des Arabers, sie ist sozusagen das i-Tüpfelchen an seinem wunderschönen Aussehen. Bei ihrem Einsatz als Distanzpferde in der Wüste oder einst in Kriegen waren eher andere Dinge wichtig: Ihre Ausdauer, ihre harten Gliedmaßen, die bemuskelt und sehnig sind, ihr Mut, ihre Stärke, trotz ihres filigranen Aussehens.
Alles Wissenswerte zum Araber in einer guten Kurzzusammenfassung gibt´s auf http://www.pferdethema.de/2007/03/21/araber-vollblutaraber/.
Die Geschichte des Arabers reicht zurück bis in die Frühzeit der Menschheit.
Schon auf Bildern der Zeit um 2500 v. Chr. erkennt man Pferde arabischen Typs.
Der Legende nach geht die Rasse auf die Stute Baz und den Hengst Hoshaba zurück. Baz war von einem Urenkel Noahs, dem biblischen Archebauer, im Yemen gezähmt worden.
Bekannt ist auch die Erzählung von Mohammeds sieben Stuten, die die Stammmütter sein sollen. Sicher ist, dass sich die Rasse in der Zeit nach Mohammed vor allem durch die arabischen Eroberungszüge verbreiten konnte. So übte sie Einfluss aus auf die spanischen Rassen und vor allem auf die Englischen Vollblüter.
Der bekannteste Araber der Welt ist wohl Marengo, das Reittier, das Napoleon durch die Schlacht von Waterloo trug. Das Pferd wurde zahlreiche Male in den Schlachten verwundet, überlebte jedoch seinen Herren und starb im hohen Alter von 40 Jahren.
Heute kann das Araberpferd in vielen Reitsportdisziplinen bis hin zur Vielseitigkeit geritten werden, besonders oft findet man sie jedoch im Distanzreiten. Dort ist der Araber die vorherrschende Rasse.
Araber können aber auch Springen, Dressur gehen und sind sogar in Westernedisziplinen zu finden. Ein Video von einem Showreiten mit Arabischen Pferden gibt´s hier: http://www.pferdethema.de/2007/06/15/araber-kostumreiten/
Der Araber verbreitete sich über die Jahrhunderte in vielen Ländern und nahm Einfluss auf die einheimischen Rassen.
Die bekannteste regionale Ausbildung des Arabischen Vollbluts sind die Shagya-Araber in Ungarn. Das Gestüt Babolna begann Anfang des 19. Jahrhundert mit der Zucht reiner Araber und Halblutzucht aus Araber und Vollblütern. Rassebegründer war der Hengst Shagya, 1830 in Syrien geboren, ab 1836 Zuchthengst in Babolna. Die Rasse ist meist etwas größer als der reinrassige Araber (um 1,50 Meter) und in vielen Reitsportdisziplinen bis hin zum Fahren zu finden.
Der Anglo-Araber wurde in England ab dem 17. Jahrhundert aus einer Kreuzung eines Vollbluthengstes und einer Araberstute gezüchtet. Besonders in Frankreich ist der Anglo-Araber sehr beliebt. Er überzeugt durch seine Schnelligkeit und einen recht ausgeglichenen Charakter. Außerdem ist er größer als der reine Araber, um 1,60 Meter.
Der Hispano-Araber ist ein Anglo-Araber zu dem in Spanien auch noch ein Einschlag der einheimischen Rassen kam.
Noch mehr Infos über Araber gibt es im Blog von Valentina.
Rasseporträt: Selle Francais
Heute las ich in dem Blog einer kanadischen Malerin, Jennifer Pratt, die ein wunderschönes Gemälde von einem Selle Francais Hengst geschaffen hatte. Sie berichtet über das herrliche Pferd - und ich war durch ihre Beschreibung fasziniert und wurde angeregt, mehr über die Rasse zu erfahren.
Ein paar kurze Infos fand ich schon im Blog von Astrid, dann tauchte ich tiefer in die Rassengeschichte ein:
Die franzöische Warmblutpferderasse Selle Francais wurde seit Beginn ihres Siegeszuges Mitte des letzten Jahrhunderts zu dem Sportpferd der “Grande Nation” schlechthin. Auf Turnieren treten wenige französische Reiter mit Pferden anderer Zuchtgebieten an.
Aber auch Profireiter außerhalb Frankreichs haben die Rasse längst für sich entdeckt, und so erfreuen sich die Selle Francais großer Beliebtheit. Grund genug, sich mit der eindruckvollen Geschichte dieser Pferde näher zu befassen:
Der erste bedeutende Selle-Francais-Hengst war Furioso xx. Er wurde in Irland gezogen und 1946 von einer französischen Komission gekauft. Der kapitale Braune gilt als Linienbegründer des Selle Francais.
Vererber aus der näheren Vergangenheit und Gegenwart wie der “Jahrhunderthengst” Cor de la Bryuere, Galoubet und Jalisco, der unter Eric Navet höchst erfolgreiche Quidam de Revel oder Quick Star, unter Meredith Michaels-Beerbaum Mitte der 90er Jahre Sieger vieler Großer Preise, haben heute einen hohen Bekanntheitsgrad und geben entweder selbst oder durch ihre Nachkommen die besten französischen Rasse-Gene weiter. Das Blut der Selle-Francais-Hengste wird von vielen anderen - auch deutschen - Zuchtverbänden gerne verwendet.
Der vielleicht berühmteste Vertreter der Rasse Selle Francais aller Zeiten war der nur 1, 58 Meter kleine Jappeloup, der unter Pierre Durand 1988 in Seoul Olympisches Gold im Springen gewann. Das leider viel zu früh verstorbene Pferd war eine Kreuzung aus Traber und Vollblut, trug aber den Selle-Francais-Brand.
Die Rasse “Selle Francais” gibt es unter diesem Namen offiziell erst seit 1958.
Viele Experten bezweifeln sogar, dass der Selle Francais als eigene Rasse bezeichnet werden kann und sieht sein Stammbuch eher als Sportpferde-Register.
Eigentlich geht die Geschichte dieser französischen Rasse sogar bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals gründete Colbert, ein Minister Ludwig XIV., mit “Le Pin” in der Normandie das erste französische Nationalgestüt, welches versuchte, die schweren einheimischen Rassen immer weiter durch Vollblutanteile zu verbessern.
Im 18. und 19. Jahrhundert unternahmen die Züchter intensivere Anstrengungen, Voll- und Halbbluthengste sowie Traber mit den schwereren normannischen Landpferden zu kreuzen und daraus eine neue Rasse zu formen.
Besonders drei Vollblüter nahmen in dieser Zeit Einfluss auf die Normannen - Matchem, Herod und Eclipse. Ohne letzteren Hengst hätte es beispielsweise den berühmten Selle Francais Vererber Almé nie gegeben, auf welchen heute zahllose Sportpferde zurückgehen.
Allerdings kam die Selle Francais Zucht zu diesem Zeitpunkt trotzdem noch nicht voran, da es den meisten Züchtern genügte, nun etwas leichtere Gebrauchspferde zu züchten und sie die Tiere deshalb nicht weiter veredelten.
Nach dem 2. Weltkrieg entstand in der Normandie jedoch endlich das Konzept des modernen Sportpferdes. Monsieur de Laurens de Saint-Martin, der Direktor des Gestüts Saint Lo, förderte durch die Gründung zahlreicher Reitvereine die französische Springreiterei. Dafür wurden ausdauerndere und schnellere Tiere gebraucht. Eigenschaften, die den Selle Francais heute zum Sportpferd prädestinieren.
Das erste Stutbuch “Du Cheval Selle Francais” wurde schließlich 1963 herausgegeben.
Heute stammen 33 % der Rasse von Vollblüter, 20 % von Anglo-Arabern, 2 % von Französischen Trabern und 45 % bereits von Selle Francais Hengsten ab.
Durch die vielen verschiedenen Ursprünge der Hengstlinien entstand beim Selle Francais ein weites Größespektrum von 1, 53 Metern bis über 1,60 Meter. Auch die Charaktere der Selle Francais unterscheiden sich oft gravierend.
Stammgestüte der Selle Francais Zucht sind Saint Lo (gegründet 1806 und im Zweiten Weltkrieg zerstört) und Le Pin (Zucht seit 1730).
Noch mehr Infos über die französische Pferderasse gibt es bei P wie Pferd und reiten.biz.

Der Selle Francais Hengst Quick Star 1994 Sieger im
Großen Preis von Bayern. Mittlerweile ist der Hengst 26 Jahre alt und hat zahlreiche erfolgreiche Nachkommen hervorgebracht.
Rasseporträt: Oldenburger
Der Oldenburger geht - man kann es kaum glauben - auf Friesenpferde zurück. Diese schwere holländische Warmblutrasse, allbekannt als “Schwarze Perlen”, nahm in der anfänglichen Oldenburgerzucht vom 17. Jahrhundert an deutlichen Einfluss auf die Rasse. Außer Friesen wurden spanischen Pferde, Neapolitaner, Berber und englische Halbblüter eingekreuzt. So wurde die Oldenburger-Zucht von Graf Anton Gunther von Oldenburg (1607 - 1667) begründet. Der erste Zuchthengst des Grafen war der Halbblüter Kranich, der mit einer Friesenstute angepaart wurde.
Die Mischung aus dem leichten Halbblüter und den barocken Rassen brachte ein recht schweres Warmblutpferd hervor, das für harte Arbeit und vor allem den Kriegseinsatz geeignet war. Heute sind diese “Alt Oldenburger”, das schwere Oldenburger Pferd, nur noch äußerst selten:
Auch vor der Kutsche tat der Oldenburger gute Dienste. Als diese Eigenschaft der mit damals etwa 1,70 Metern recht großen Pferde wurde im 19. Jahrhundert ebenso wie die Tätigkeit als Reitpferd vermehrt gefordert. Die Züchter entschlossen sich zur Einkreuzung leichterer Rassen wie Englischen Vollblütern oder Hannoveranern.
1819 wurde die Züchterereinigung der Oldenburger-Pferde begründet, die bis heute fortbesteht. Das Zentrum der Oldenburger-Zucht ist Vechta, dort werden auch alljährlich zahlreiche Auktionen abgehalten, bekannt sind unter anderem die Frühjahrs- und Herbstauktion. Hier ein Beispiel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Zucht des modernen Oldenburger Reit- und Sportpferdes, das heute in den Parcours dieser Welt immer wieder große Leistungen zeigt. Eine der bekanntesten Oldenburger Springpferde ist die soeben in Hannover verabschiedete Leena von Markus Beerbaum, im Dressurviereck begeistern Falcao OLD (Victoria Max-Theurer) und Responsible OLD (Helen Langenhanenberg). In der Dressurpferde-Zucht ist dieser “OLD” Zusatz üblich.
Dass bei Oldenburgern besonders auf die Kutschpferde-Zucht Wert gelegt wurde, zeigen noch heute teilweise ein langer Rücken, langen Hals und die steile Schulter. Bei anderen Oldenburgern sind diese Merkmale allerdings vollkommen weggezüchtet.
Der Oldenburger soll kraftvoll, ausdrucksstarke, taktklare Gänge haben. Sein Charakter soll am besten ausgeglichen, aber dennoch ehrgeizig genug für den Sport sein.
Oldenburger haben heute eine Größe von etwa 1,62 Meter bis 1,72 Meter. Sie gehören zu den größten Warmblutrassen.
Das Gebäude der Oldenburger ist von allen Warmblütern das Kraftvollste. Eine kräftige Hinterhand ist ebenso charakteristisch wie sehr harte Hufe, ein starker Hals und eine tiefe Brust. Vorherrschende Farbe bei den Oldenburgern ist Braun oder Schwarz. Füchse und Schimmel kommen selten vor.
Noch mehr Infos zum Oldenburger findet ihr hier.
Im Blog von Astrid las ich noch Informationen zum Ostfriesen, sozusagen der “Schwesterrasse” zum Oldenburger.

Die Oldenburger Stute Leena mit Markus Beerbaum unter anderem Weltcup Final Dritte 2007.