Zucht - Der richtige Hengst
Sonntag, 15. März 2009, 14:41 Uhr
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Zucht ist eine Wissenschaft für sich - soviel ist klar.

Doch wer erst einmal eine Züchterlizenz erlangt hat und einen Zuchtverband fand, der möchte auch anfangen mit dieser komplizierten Aufgabe.

Die meisten heutigen Züchter sind in Familien hinein gewachsen, die eine Zucht betreiben. Aber es gibt auch immer wieder Neueinsteiger, die sich mit großer Leidenschaft aufs Züchten konzentrieren.
Wie findet man also den richtigen Hengst?

Zunächst einmal geht es darum, zu wissen, was für ein Pferd man züchten möchte. Geht es nur darum, von der eigenen Pony- oder Großpferdestute ein Fohlen zu bekommen, das als Reitpferd in der Familie bleiben soll, dann ist es natürlich eine persönliche Frage, welchen Hengst man wählt. Das kann das Pferd eines Bekannten sein, das vielleicht sogar noch im Natursprung deckt. Oder man wählt aus den zahllosen Hengstkatalogen einen geeigneten Vererber aus. Die Samen dieser Hengste gibt es in allen Preiskategorien. Noch muss der Preis hier nicht ins Unendliche gehen.

Doch wenn man für die Stute einen bekannten Vererber möchte - entweder um mit dem Fohlen im Sport erfolgreich zu sein oder um das Fohlen mit Gewinn zu verkaufen - dann ist für viele das Beste nur gut genug.
Immer wieder gibt es dabei Modehengste, die alle Züchter wollen und deren Preis dementsprechend in die Höhe schnellt. Auch hier herrschen die ganz normalen Marktbedingungen.
Es muss aber nicht immer der Mode- oder Starhengst sein, um einen Star zu züchten.

Das beweisen die heutigen Starpferde im Parcours und Dressurviereck immer wieder.

Zum Beispiel Shutterfly. Sein Vater Silvio ist zwar durchaus bekannt, war aber nie der absolute Star. Erst nachdem Shutterfly den Parcours eroberte, wurden weitere Silvio-Söhne beliebt, die heute teilweise recht gut im Youngster-Cup starten.

Oder Satchmo, dessen Vater Sao Paulo keine weiteren bekannten Pferde im Dressurviereck gezeugt hat.

Sie sind zwei absolute Stars, die allerdings nicht aus den allerbesten Hengsten gezeugt wurden.

Zum richtige Zuchthengst kann keine pauschale Meinung abgegeben werden. Es gibt auch kein Konzept, das immer klappt. Selbst aus dem größten Starhengst muss nicht immer ein sehr gutes Fohlen abstammen.

Ich habe zum Beispiel auch gehört, dass der Hengst Just Do It, einst unter Meredith Michaels-Beerbaum hocherfolgreich im Parcours unterwegs, bei Züchtern nicht sonderlich beliebt ist, seine Fohlen aber dann bei Fohlen- und Leistungsschauen begeistern. Wer weiß, ob sich nicht mehr Züchter den noch eher günstigen Samen dieses Hengstes sichern sollten.

Im Hengstbuch I finden sich nur gekörte Hengste mit Abstammungsnachweis, im Hengstbuch II allerdings auch nicht gekörte Hengste. Das wissen bei weitem nicht alle Züchter und so nehmen viele Neu-Züchter aus Kostengründen besonders billige Hengste, die jedoch niemals gekört wurden. Was bei einem solchen Zuchtprodukt heraus kommt, ist dann leider alles andere als sicher.

Es kommt allerdings oft nicht darauf an, unbedingt einen Springhengst für die Springpferdezucht einzusetzen. So sind Shutterfly und Satchmo direkt verwandt. Und auch eine Halbschwester von Shutterfly, Falada, war im Dressurviereck unter der Französin Karin Tebar hoch erfolgreich.

Das Dressurpferd Elvis ist dagegen über den Vater Esprit mit Springpferd ET verwandt.

Manche Hengstlinien sind heute fast verloren, andere entstehen nach einigen Jahren fast wieder neu. So zum Beispiel die Springpferdelinie des Senator, die brach lag, bis Stakkato kam. Stakkato, Bundeschampion und hoch erfolgreich im Parcours unter Eva Bitter.

Alle Faktoren der Zucht kann man kaum beleuchten. Man muss sich in die Materie einlesen, sich auf viele verschiedene Faktoren konzentrieren und dann versuchen, die persönlich richtige Entscheidung zu fällen. Einfach ist die Zucht sicher nicht.

 

Blogs rund um Hengste, den Stars unter ihnen und auch Modehengste findet ihr hier:

http://www.reitwelten.de/2009/04/02/fuerst-nymphenburg-mit-herausragendem-ersten-fohlenjahrgang

http://www.reitwelten.de/2009/03/29/marbacher-landbeschaeler-siegertypen-2009-auf-dvd-und-im-internet

http://www.reitwelten.de/2009/03/05/gestuet-birkhof-familie-casper-donzdorf-deckhengst-con-spirito

http://www.pferderennen-iffezheim.de/

http://www.pferderennen-iffezheim.de/waky-nao

(speziell über Vollbut Hengste)



Zucht - Wie findet man die richtige Stute?
Sonntag, 15. März 2009, 14:39 Uhr
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Für viele Neu-Züchter ist das Züchten mit der eigenen Stute eine Herzensangelegenheit. Ein Fohlen von der eigenen Stute, die seit Jahren “in der Familie” lebt, ist manchmal ein lang gehegter Traum.

 

Andere Züchter suchen eine geeignete Stute für die Zucht. Worauf müssen sie dabei achten?

60 % der Anlagen bekommt ein Fohlen von der Mutter - so lautet eine Regel. Diese ist mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen worden.

So sollte nicht mit jeder “Familienstute” gezüchtet werden. Man sollte auch darauf achten, dass das Pferd die Qualität dazu hat. Einem älteren, vielleicht auch leicht erkrankten Pferd tut man damit keinen Gefallen.

Dann sollte lieber eine neue Zuchtstute gekauft werden.

Als Neu-Züchter sollte man dabei vielleicht auf einen der bewährten Stutenstämme zurück greifen - das macht einiges einfacher.

Wer eine Zuchtstute sucht, der sollte zu Allererst Verkaufsanzeigen studieren. Denn dort finden sich meist schon sehr gute Pferde - manchmal auch ziemlich versteckt. Großes Wissen in diesem Bereich zahlt sich dabei aus. Wer sich mit Zuchtlinien und guten Stutenstämmen auskennt, der wird so manches Schnäppchen entdecken, das vielleicht ein anderer unbeachtet ließ. Auch bei erfahrenen Züchtern kann hier nachgefragt werden. Viele erteilen gerne Auskunft.

Aber mehr Wissen bedeutet in der Zucht immer mehr Erfolg. So sollte man sich auch informieren über die Fruchtbarkeit verschiedener Stutenlinien. Über die Leistungen der Vorfahren. Über Sport- und Zuchterfolge.

Gerade über das Internet lassen sich viele Informationen einholen - man muss sich nur Zeit nehmen, zu suchen.

Auf Elite-Auktionen findet ein vermögender Züchter natürlich auch die perfekte Mutterstute - jedoch zu einem dementsprechend hohen Preis.

Heute muss sich ein Züchter nicht mehr auf den eigenen Bezirk konzentrieren. Auch Pferde anderer Zuchtgebiete können dank moderner Verkehrsmittel relativ schnell im eigenen Stall stehen.

Wer dann eine oder am besten mehrere Zuchtstuten besitzt, der kann loslegen und den passenden Hengst suchen. Eine eigene Stute muss man für die Zucht natürlich besitzen, denn nur dann ist auch das Fohlen das eigene.

Vom Hengst benötigt der Züchter nur den Samen…

Mehr dazu im nächsten Blog….

Und weitere Infosfindet ihr in folgenden Blogs:



Das Bayerische Warmblut - Sportpferde mit Tradition
Donnerstag, 5. März 2009, 17:47 Uhr
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Sie ist vielleicht die berühmteste Vertreterin ihrer Rasse: Einst hieß sie Lord´s Classics nach ihrem Vater, dann wurde aus der Stute Noltes Küchengirl. Der Sponsor, ein Küchenfabrikant, hatte es so gewollt. Unter Marcus Ehning ist sie teils genial unterwegs, aber dann gab es immer wieder unerklärliche Aussetzer bei den Weltreiterspielen in Aachen sowie den Europameisterschaften in Mannheim. Momente, die als Mauerfall und EM-Debakel in die Geschichte eingingen. Ohne Zweifel ist die Stute dennoch ein großartiges Pferd, wenn auch wohl sensibler als andere Tiere, was aber nicht negativ zu werten ist. So wird sie kein Championatspferd mehr werden, aber sicher noch von sich reden machen.

Und die Bayerische Warmblutpferderasse würdig vertreten….

Wie auch Kollege und Zuchthengst Asti Spumante. Unter Thomas Mühlbauer ist er Nationenpreis erprobt, auch Calgary und Aachen lernte er schon kennen. Er siegte im Großen Preis von München und von Bayern. Und seine Nachkommen sind begehrt…

Nur zwei Vertreter einer Rasse, die sich anschickt, aus einem jahrelangen Schattendasein nun herauszutreten. Vielleicht war Camirez, der unter Markus Merschvormann und Toni Hassmann ging, der erste bayerische Star. Auch der Zuchthengst Lord Sinclair, der für 2,8 Millionen Mark seinerzeit über Paul Schockemöhles PSI-Auktion den Besitzer wechselte , war vielleicht der erste bayerische Zuchthengst, der wirklich auffiel. Aber mit Sicherheit gab es auch vorher schon klasse Bayerische Warmblüter. Nur wurden sie nicht wirklich beachtet.

Das ist mittlerweile anders geworden. Viele Spring- und auch Dressurreiter schätzen Pferde aus Bayern. Zu verdanken hat dies die Rasse auch der Tatsache, dass sie mittlerweile durch Vollbluteinfluss deutlich veredelt wurde.

Ihren Anfang nahm die Rassegeschichte allerdings schon im Mittelalter, als die schweren Rottaler Pferde gezüchtet wurden. Sie eigneten sich hervorragend für die Landwirtschaft, aber nicht besonders als Reitpferde. Rottaler waren genügsam und lebten auch auf kargen Weiden sehr gut, aber als Sportpferd hätte man sie niemals hernehmen können. So wurden in den 70er Jahren alle Rottaler aus der Zucht genommen. Die Rasse starb allerdings zum Glück nicht vollständig aus, ein paar engagierte Züchter ließen sie überleben, so dass heute noch die “Spezialpferderasse” Rottaler existiert.

Sie haben jedoch nichts mehr mit dem heutigen Bayerischen Warmblut zu tun.

Als die Zucht in Bayern neu aufgebaut wurde, dauerte es dennoch lange Zeit, bis sich eine wirklich gute Bayerische Warmblutzucht etablierte.

Hannoveraner und Westfalen wurden zur Bayernzucht herangezogen, später auch Holsteiner.

Haupt- und Landgestüt des Bayerischen Warmbluts ist Schwaiganger. Das Gestüt hat Tradition, züchtete schon den ursprünglichen Rottaler, zudem Bayerische Kaltblüter und Haflinger.

Die Leistungsprüfungen und zahlreiche Auktionen finden jedes Jahr in München-Riem, auf der ehemaligen Olympiareitanlage statt.

Die Bayerische Pferderasse ist wie die meisten deutschen Warmblüter zwischen 1,60 und 1,75 Meter groß. Sie kommt in allen Farben vor, es gab sogar schon bayerische Schecken. Besonders schätzen Reiter sowohl den Kampfgeist der Rasse, den sie durch die Vollblüter erhielt, als auch die ursprüngliche Umgänglichkeit, die viele der “bayerischen Gemütlichkeit” der Menschen gleichsetzen.

Mehr über Bayerische Warmblüter gibt´s hier:

http://www.pferdethema.de/2007/03/16/bayerisches-warmblut/

http://www.p-wie-pferd.de/2007/06/19/bayerisches-warmblut-der-bayer/

ASTI SPUMANTE UND THOMAS MÜHLBAUER, SIEGER GP VON BAYERN 2008

http://palasthueterin.pa.funpic.de/latest/wordpress/?p=70

http://www.pferde-weide.de/hintergrundinfos/auflistung-vieler-pferderassen/



Holsteiner - Ein Ritt durch ihre Geschichte
Donnerstag, 5. März 2009, 17:36 Uhr
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Im vorherigen Blog habe ich ja bereits die Rasse des Holsteiners beschrieben. Eine Rasse, aus der Pferde wie der Weltmeister Cumano, die Vererberlegenden Contender oder Corrado hervor gegangen sind. Holsteiner, die heute besonders unter dem Springsattel so erfolgreich sind, haben eine lange und interessante Geschichte, die hier noch einmal besonders beleuchtet werden soll.

Die Geschichte der Pferde in der Region, die man heute Schleswig-Holstein nennt, begann bereits in der Zeit der Völkerwanderung. Damals eroberten Angeln, Jüten und Sachsen die englischen Regionen Yorkshire und Lincolnshire - alles auf stämmigen, kräftigen Pferden aus den Nordlanden.

Doch es dauerte noch Jahrhunderte bis Pferde in Holstein wirklich gezüchtet wurden. Eine ersten Blütezeit begann , als das Land im 9. Jahrhundert christianisiert worden war.

Denn nun wollte auch die Kirche gute Pferde hervorbringen. Der Adel hielt dagegen und wollte natürlich seinerseits die Besten züchten. Dieser Machtkampf kam den Pferden nur zu Gute. Sie wurden mit spanischem Blut veredelt, das damals erstmals Einfluss nahm.

Im 13. Jahrhundert wurde die Holsteiner Zucht erstmals als solche erwähnt.

Nach der Säkularisierung der Klöster in dieser Region im 16. Jahrhundert, nahmen die Könige von Dänemark die Zucht in die Hand. Sie waren damals die Herrscher über Holstein. In den folgenden 200 Jahren waren es häufig Kreuzungen aus den traditionellen schweren deutschen Rassen und den edlen iberischen Pferden, die nicht nur in Holstein Nachkommen zeugten, sondern auch in vielen anderen europäischen Gestüten, an die sie verkauft wurden.

Auch das hannoversche Landgestüt Celle wurde mit Holsteiner Hengsten gegründet, die später durch Vollblüter veredelt wurden.

Schon im 18. Jahrhundert war der Holsteiner in aller Welt bekannt und eine der begehrtesten Pferderassen. Er wurde zum edlen und stabilen Reitpferd, aber auch als Kutschpferd und in der Landwirtschaft eingesetzt.

Die napoleonischen Kriege brachten eine erste Krise, eine Sturmflut 1826, in der viele Pferde der Marschbauern umkamen, eine weitere. Der Herzog Christian August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg jedoch half mit dem Import von Vollblütern, die Zucht zu bewahren und zu verbessern.

Die Pferde wurden weiter veredelt. Allerdings kam Holstein im Krieg von 1848 an Preußen. Dieser damalige militärisch geprägte Staat wollte vor allem Tiere für den Krieg. Die Bauern wollten ihre Pferde jedoch nicht unter Wert billig verkaufen.

So gründeten die Preußen Traventhal, das Landgestüt bei Bad Segeberg.

Doch da es eine Gründung der eigentlich feindlichen Preußen war, erhielt es nie wirklichen Rückhalt. Es wurde 1960 aufgelöst, hatte nie den Status von Celle oder Trakehnen erreicht.

Immer wieder traten in dieser Zeit, teils durch Inzucht, teils durch unkontrollierte Zucht, Gewährsmängel bei den Pferden auf. Aber 1891 schlossen sich die Zuchtvereine der Holsteiner Marschen zu einem Verband zusammen, der die alten Stutenstämme erhalten sollte.

Es war die Geburtsstunde des Holsteiner Zuchtverbands.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde aus dem Landwirtschaftspferd ein Sportpferd. So wurden zahlreiche Vollblüter zur Veredlung geholt. Einer der bekanntesten war der Schimmel Ramzes, einem Anglo-Araber. Aber auch die Englischen Vollblüter Marlon xx, Ladykiller xx und der Halbblüter Cor de la Bryere sind heute aus der Holsteiner Zucht nicht mehr wegzudenken.

Sie prägten eine Erfolgszucht, die mit Pferden wie Thiedemanns Meteor begann und heute durch Cumano und Co. Weitergeführt wird.

Weiteres zu Holsteiner Pferden und ihrer Geschichte findet ihr hier:
http://holsteiner-pferde.myblog.de/holsteiner-pferde/art/5876480/CHIO-in-Aachen-2008

http://holsteiner-pferde.myblog.de/holsteiner-pferde/art/5727824/Calma-Schelly-Orissa-

http://holsteiner-pferde.myblog.de/holsteiner-pferde/art/5725544/Holsteiner-Stutenstamme

http://holsteiner-pferde.myblog.de/holsteiner-pferde/page/1781548

http://holsteiner-pferde.myblog.de/holsteiner-pferde/art/5725772/Zuchtgeschichte

http://www.pferdethema.de/2007/03/16/holsteiner/